![]() Predigt
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Zum Thema "Einladung der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Lengfeld an die dortige Katholische Pfarrgemeinde zu einem Abendmahlsgottesdienst am Pfingstmontag unter Wegfall der für die Katholische Gemeinde verbindlichen Eucharistiefeier" schreibt der Generalvikar der Diözese Würzburg Dr. Karl Hillenbrand an den betroffenen Katholischen Priester im Würzburger Katholischen Sonntagsblatt Nr. 23 vom 07. Juni 1998: Lieber Mitbruder, wie im Volksblatt vom 26. Mai 1998 zu lesen ist, lädt die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde im Ökumenischen Zentrum Lengfeld die katholische Gemeinde am Pfingstmontag zu einem Abendmahlsgottesdienst ein; dafür soll die reguläre Eucharistiefeier um 11.00 Uhr entfallen. Dies wird betrachtet als eine Reaktion darauf, daß ein regelmäßiger ökumenischer Wortgottesdienst an allen zweiten Feiertagen durch das Bischöfliche Ordinariat gemäß den verbindlichen kirchenrechtlichen Regelungen nicht erlaubt worden ist. Die katholische Kirche begeht seit den Tagen der Apostel alle Sonn- und Feiertage mit der Feier der Eucharistie: mit der Feier von Tod und Auferstehung des Herrn; in diesem Standpunkt stimmen mit der katholischen Kirche überein die anglikanische Kirche, die orthodoxen Kirchen und weite Teile des Weltluthertums. Nach der biblisch begründeten Überzeugung der katholischen Kirche setzt die Eucharistiefeier die Einheit im Glauben voraus und bringt so die Einheit der Kirche zum Ausdruck. Jede Eucharistiefeier wird begangen "in Gemeinschaft mit unserem Papst Johannes Paul und unserem Bischof" - so heißt es im Hochgebet. Daher ergibt sich die überaus schmerzliche Situation, daß eine gemeinsame Eucharistiefeier mit anderen Kirchen nicht möglich ist - unbeschadet der Möglichkeit einzelner nichtkatholischer Christinnen und Christen, in bestimmten Fällen nicht nur die katholische Eucharistie mitzufeiern, sondern auch in ihr die Kommunion zu empfangen. Generell gilt, daß die von uns allen gewünschte volle eucharistische Gemeinschaft das Ziel des Weges und nicht ein Mittel zum Zweck darstellt. Eine Einladung der ganzen katholischen Gemeinde zur Teilnahme an der evangelischen Abendmahlsfeier, wie in Lengfeld geschehen, kann von daher nicht als Förderung wirklicher Ökumene betrachtet werden. Sie ist geeignet, bei Christinnen und Christen, die aus Überzeugung zur Lehre ihrer Kirche stehen, die ökumenischen Bemühungen als solche in Mißkredit zu bringen. Das aber ist nicht wünschenswert. Ökumene heißt, Kirchen bewegen sich aufeinander zu. Wirkliche Ökumene liegt nicht vor, wenn versucht wird, Teile der Kirchen (Gemeinden an einem Ort) in einer Weise einander anzunähern, die die Gemeinden und den einzelnen in Widerspruch und Distanz bringt zu ihrer eigenen Kirche, zu ihrer Lehre und Ordnung. Auf diese Weise wird mehr Zwietracht als Einheit heraufgeführt. Dies ist die gemeinsame Überzeugung unserer Kirchen, wie sie sich in zahlreichen hochrangigen Gesprächen dokumentiert. Es ist bedauerlich, daß einzelne Gemeinden bzw. ihre Pfarrer und Gremien meinen, sich hierüber hinwegsetzen zu sollen. Katholische Christinnen und Christen sollen wissen, daß die ins Auge gefaßte Praxis in Lengfeld der Lehre und den Weisungen ihrer Kirche widerspricht und deshalb auch von der Diözesanleitung nicht gutgeheißen werden kann. Ich bitte Dich, Deiner Gemeinde und besonders dem Pfarrgemeinderat diese Klarstellung noch vor Pfingstmontag in geeigneter Weise mitzuteilen. Auch liegt mir daran, möglichst bald mit Dir ein persönliches Gespräch zu führen. Ebenso setze ich Verständnis dafür voraus, daß wir bei eventuellen Anfragen diesen Brief dem Volksblatt und anderen Presseorganen zur Verfügung stellen. Mit guten Wünschen und herzlichen Pfingstgrüßen an Dich und die Pfarrei (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors) |
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