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Das Geheimnis der göttlichen Mutterschaft MariensDie theologische Grundlage und Motivation zur Marienweihevon Pfr. Winfried AbelMutterschaft bedeutet FruchtbarkeitDas technische Zeitalter hat vielerlei Erfindungen hervorgebracht, die Menschheit lebt in einem Fortschrittstaumel. Die Kreativität des Menschen scheint unbegrenzt zu sein. Der Mensch ist mehr denn je versucht, sich an die Stelle Gottes zu setzen. Er vergißt dabei, daß seine schöpferische Fähigkeit allein darin besteht, die bereits geschaffenen Dinge umzuformen, indem er sich der ihnen innewohnenden Gesetze bedient. Wirklich schöpferisch wäre der Mensch, wenn er ein einziges Sandkorn aus dem Nichts erschaffen oder einen einzigen Grashalm wachsen lassen könnte.Technik und Zivilisation sind also eher ein Blendwerk. Sie vermögen der Erde kein menschliches Gesicht zu geben. Im Gegenteil: in wachsendem Maße prägen Hochmut und Machtgier die Mentalität des Menschen, je mehr er sich die Schöpfung aneignet. Der Mensch wird unberechenbar, gefühlsarm, herzlos. Dagegen steht die älteste Form kreativer Entfaltung, in der der Mensch nicht so sehr seinen Verstand sondern sein Herz zum Einsatz bringt: die Mutterschaft. Sie nimmt alle menschlichen Kräfte in Anspruch und entspricht dem menschlichen Wesen wie kein anderes Tun. Mutterschaft ist zukunftsorientiert, optimistisch und selbstlos. Mutterschaft ist im Wesentlichen
Wenn das menschliche Leben allein an der Fruchtbarkeit gemessen wird (vgl. Lk.7,19 u. 11,27f), dann war Maria das fruchtbarste aller Menschenkinder: "Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes" (Lk.1:42). 1. Empfangende Liebe
2. Bewahrende LiebeWenn Gott dem Menschen begegnet, dann geht er nicht grüßend an ihm vorbei, sondern kehrt bei ihm ein, um bei ihm zu bleiben (vgl. Lk.24,29 u. Offb.3,20).Gott sucht den Menschen in seinem Innersten auf, um sich mit ihm zu vereinen und ganz mit ihm zu verschmelzen (~"Innerlichkeit"). Wenn der Mensch den Unbegreiflichen bei sich aufnimmt, dann wirkt und wandelt Gott im Menschen und er verwandelt ihn. Des Menschen "Tätigkeit" ist dabei das "Assimilieren" Gottes in seinem Leib und in seiner Seele, so wie die Blume sich der Sonne zuwendet und ihre Strahlen assimiliert. Dieser Vorgang ist im geistlichen Leben die Kontemplation. Das Geheimnis Gottes darf nicht durch den menschlichen Verstand "gefiltert" werden (~Hochmut), sondern will im Herzen erwogen sein (~Demut). So tat es Maria. Immer wieder lesen wir: "Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach" (Lk.2:19 u. 2,51). Jesus hat diese Haltung selig gepriesen: "Selig sind die, die das Wort Gottes hören und es befolgen" (Lk.11:28) oder (hier bezogen auf Maria von Bethanien): "Nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden" (Lk.10:42). Die Frucht der Kontemplation ist die 3. Schenkende LiebeMaria ist die unter Schmerzen Gebärende, weil sie sich unter Schmerzen ihres Sohnes entäussert – für uns!Wenn Jesus von seinem Vater sagt: " Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat" (Joh.3:16), - dann können wir dasselbe von seiner Mutter sagen: "Maria hat die Welt so sehr geliebt, daß sie ihren einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat". In IHM hat sie uns alles geschenkt! (vgl. Röm.8,32). Da in Christus die Fülle der Gottheit war (vgl. Kol.1,19), hat Maria uns diese Fülle geschenkt. Darum wird sie mit Recht genannt "Mutter oder Mittlerin aller Gnaden", - wenn hier auch "Mittlerschaft" in einem anderen Sinn (nämlich mit-wirkend) als Jesus (be-wirkend) verstanden wird. Was bedeutet Marienweihe?Aus dem bisher Angedeuteten geht hervor, daß der Jünger Jesu auch ein Jünger Mariens sein muß. Nur so kann er die Spiritualität der dreifaltigen Fruchtbarkeit (empfangen – bewahren – schenken) erlernen.
(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors) |
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